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Forschungsverständnis
Vier Sätze: Betrieb ist Wissenschaft, reale Umgebungen haben Vorrang, nur Reproduzierbares zählt, und Theorie muss in der Praxis ankommen. Heterogenität ist kein Störgeräusch des Experiments, sondern ein Wesensmerkmal des Betriebsproblems.
Vier Sätze
1. Betrieb ist Wissenschaft
Wir lehnen es ab, Betrieb als Handwerk einzelner Fachkräfte zu betrachten. Handwerk lässt sich nicht lehren, nicht vergleichen, nicht anhäufen — Wissenschaft schon. Die Arbeit besteht darin, wiederkehrende Muster des Betriebs zu beschreibbaren Strukturen zu abstrahieren — Konsistenz von Konfiguration, Umkehrbarkeit von Änderungen, Transitivität von Abhängigkeiten, Ausbreitung von Störungen — und für diese Strukturen messbare Eigenschaften zu begründen.
2. Reale Umgebungen haben Vorrang
Die häufigste Fehlform der Betriebsforschung ist ein eleganter Schluss aus einem vereinfachten Modell, der in der Wirklichkeit an der Heterogenität scheitert. Alle Forschung findet in Umgebungen mit Geräten mehrerer Hersteller, mehreren Virtualisierungsplattformen und mehreren Betriebssystemversionen statt — Heterogenität ist kein Störgeräusch des Experiments, sondern ein Wesensmerkmal des Betriebsproblems.
3. Nur Reproduzierbares zählt als Ergebnis
Zu jedem Ergebnis gehören eine vollständige Beschreibung der Umgebung, die Durchführungsschritte und die Rohaufzeichnungen, damit andere es reproduzieren können. Diese Anforderung prägt zugleich die Methode selbst — wer will, dass andere es nachvollziehen, muss jeden einzelnen Schritt zuerst selbst klar aufschreiben, und genau das fordert die Betriebsforschung ihrerseits ein.
4. Theorie muss in der Praxis ankommen
Rein theoretische Eleganz ist nicht das Ziel. Lässt sich ein Ergebnis nicht in absehbarer Zeit in eine ausführbare Methode, ein prüfbares Kriterium oder einen lehrbaren Inhalt überführen, gilt es nicht als vorrangige Fragestellung. Diese Entscheidung senkt die Ergebnisdichte des Instituts und erhöht seine Verwertungsquote.